
Archiv für die Kategorie ‘Alltag’
Zweitausendneun
Januar 1, 2009Die neuen Leiden des jungen Wärters
April 10, 2008
Oder: Torgedanken. Autobiografisches Gedankenmaterial.
Ganz schön warm Heute eigentlich. Zumindest daran gemessen, dass mir vor ein paar Tagen noch ein Blizzard verwehrt hatte, das Haus zu verlassen. Da musste ich leider bei Knabberzeug und der monströsen Lieblingstiefkühlpizza Stunden mit Entspannen und Filme schauen verbringen, Hahaha. Was ist denn jetzt los? Ach, das Spiel. Da kommen sie alle hergelaufen. Und auch der Mann mit dem Ball… Wow, der Typ hat mindestens Machgeschwindigkeit. Ist das nicht irgendwie Abseits? Scheiße. Und da laufen sie auch schon wieder weg. Was hab ich heute eigentlich alles gegessen? Nicht viel, könnte meine Kondition erklären. Ich bin schon ganz außer Puste. Vom ganzen Stehen. Aber Hinsetzen ist so spielverderberisch. Irgendwie eine Zwickmühle. Woher kommt eigentlich das Wort? Zwickmühle… Das macht garkeinen Sinn. Gut, wenn man zwei Mühlen nebeneinander Baut und sich einquetschen lässt zwickts vielleicht schon. Aber wer macht denn sowas? Die Menschen im Mittelalter waren schon seltsame Genossen. Genossen… Das Lieblingswort einer jeden Nazioma. Die dazugehörigen Opas benutzen das nie. Oder sie tun es, und es geht im Spuckeregen und dem Geschrei unter… Und es wird niemals jemand erfahren. Altnazirentner mag ich garnicht. Eine Nazioma beim Fussballspielen, Haha. Sie wird ausgespielt, uuuund was ist da los?! Da geht sie auch schon mit einer stahlharten EDEKA-Tüte, gefüllt mit Patronenhülsen, auf den Feind los! Unerhöhrt! Braune Karte für Spieler Nummer Achtundachtzig! Wann haben wir eigentlich Nationalsozialismus durchgenommen? Ob da wohl irgend jemand im Unterricht „Sieg Heil“ gesagt haben mag? Herr Zollner ist Günther Grünwald. Ich bin mir absolut sicher und keiner will mir glauben. Er redet wie Grünwald. Er sieht aus wie er. Wenn man es ausprobieren würde – wahrscheinlich würde er sogar genauso schmecken. Die Geschichte vom Wolfe nur umgedreht. Ob Goethe und Schiller wohl jemals die Länge ihrer Genitalien verglichen haben? Oh nein. Die lebende Rakete wieder. Ui, ui. Bumm. Ob das wohl gerade sehr verkrüppelt ausgesehen hat? Naja, drin ist er immerhin mal nicht. Schon ein komisches Spiel eigentlich, Fussball. Irgendwie faszinierend, dass man trotz dieser einfachen Regeln nicht tricksen kann. Gut, die Kickers konnten das. Aber mal abgesehen davon. Ich meine… Es müsste doch eine sicherere Möglichkeit geben, den Ball ins Tor zu kriegen als den Gegner auszuspielen und zu schießen. Naja, darum sollte ich ja froh sein. Ich glaube sobald es tragbare Partikelbeschleuniger gibt, hat der Fußballsport ein Problem. Das ist ein bisschen wie mit Birnen. Seit es Äpfel gibt, will keine Sau mehr Birnen essen. Scheiß die Wand an, wo kam der denn her?! Jaja, ich weiß, ich konzentrier mich doch. Arschlöcher. Wann ist denn dieses verdammte Spiel endlich vorbei, ihr Götter des Schulsports? Der Gott des Schulsports ist sicher ein Naziopa. Keine Ahnung warum, ist halt so. Halt ein sportlicher Naziopa. Gibts sicher auch, bei der Fülle an Rentnern mit überdimensionalem Aggressionspotential. Der war beim Wunder vom Bern Torwart. Und er besteht komplett aus Stahl und ist genmanipuliert. Am Todesnaziopa kann keiner vorbeischießen. Das Wunder von CERN, Haha. Schön Grünes Gras eigentlich. Ich mag Frühling.
Kann sich der keine Pfeife leisten? Oh, Mist. ich glaube wir haben verloren.
EDV-Weisheiten
Januar 30, 2008„Sag mal etwas kluges.“
- „Er ist der Beste. Kaufen Sie ihn.“
Pädadoxon
Januar 9, 2008„Vergiss nicht immer so viel!“
Ein Wort zur Lage der Rauchernation
Januar 8, 2008Bayern hier. Das Rauchergesetz ist seit einer guten Woche da – das „Auf der Straße trinken? Du spinnst wohl, mit auf die Wache“-Gesetz in meiner Stadt schon seit ein paar Jahren. Mit dem Zweiten kommt man eigentlich super klar. Natürlich hat man mit der Zeit Mittel und Ideen, das elegant und ohne groß anzuecken zu umgehen. Aber mit dem Rauchergesetz wird die deutsche Partygesellschaft auf eine neue und scheinbar harte Probe gestellt. Parkbänke können sie nicht entfernen, Aschenbecher schon. Und wenn man dann mal wieder ein Café betritt, die Schachtel rote Pall Mall aus der Jackentasche holt und das Kaffe-Zeitung/Gesprächspartner-Zigarette Dreieck schließen will, plumpst einem wieder ein Stein in den Magen. Wo ist denn das gläserne Ding in der Mitte des Tisches hin? Und was macht der bayrische Raucher da, wenn es nichtmal Raucherecken gibt? Natürlich: Rausgehen. Und das heißt um diese Jahreszeit Kälte und das, frisch aus der Disko geschlüpft, oftmals im T-Shirt und Sommertop. Da wird eben dann streßgeraucht und mehr gesüchtelt als genoßen – Zerstörung der Raucherkultur? Es wird sich zeigen, ob das ganze in den wärmeren Monaten besser wird, vorstellbar ist es.
Was das Gerücht des unter dem nicht vorhandenen Rauch hervorquillenden Tanzgestanks betrifft, das hält sich eigentlich in Grenzen. Man fühlt sich zwar allgemein ein bisschen mehr wie in der Turnhalle als in einer Kneipe, aber das Gefühl wird in der Regel ganz gut von der Stimmung überdeckt. Unglaublicherweise haben übrigens die meisten Lokale tatsächlich noch eine andere Seite, wenn man auf der Gegenüberliegenden steht. Wahnsinn, was die klare Luft so alles offenbahrt – hoffentlich nichts, was man lieber übersehen hätte. Gegen die Winterkälte und den Weg nach Draußen jedes Mal aber ein nicht besonders lukrativer Tausch. Aber nichts wird so heißt gegessen wie es gekocht wird: Natürlich zündet man sich ab- und an trotzdem eine Zigarette im Stammlokal an. Nur ob man dann nur diskret darauf hingewiesen wird, seine Atemabgase woanders zu entsorgen oder gleich mit Stiefeln rausgetreten wird, ist halt quasi Berufsrisiko.
Ich gebe jetzt schon einen heißen Tip für den beliebtesten Anmachspruch 2008 ab: „Gehen wir eine Rauchen?“. Was das angeht, ist der Mensch, und besonders der Raucher, eben immernoch ein Herdentier. Denn wo sind die Partyleute dieses Jahr? Im angesagten Beatschuppen? Nein, da waren sie ja schon letztes Jahr nicht mehr. Natürlich. Im Bushäuschen davor!
Und jetzt gehe ich eine rauchen.
Zweitausendacht
Januar 3, 2008
Ich habe keine guten Vorsätze für 2008. Vorsätze sind grundsätzlich was für Menschen ohne Prinzipien. Gut, ich mag auch keine Prinzipien haben, aber das bedeutet nicht, dass es sich schlecht auf diese Weise lebt. So eigentlich lebe ich ja ganz prächtig. Hoffentlich auch Zweitausendacht.
Das kostet mich den Unterricht
November 27, 2007Allgemein bekannt ist ja die Tatsache, dass in Schulbüchern für Französisch hauptsächlich französisches Zeug steht. Und weil wir ja kleine unbedarfte Schüler sind, bewegen sich die Themen die meiste Zeit irgendwo zwischen Bienchen, Blümchen und Baguettes. Da hilft auch keine Oberstufenreife, schonungslose Gehirnwäsche ist Tagesordnung im Hause Lokalgymnasium.
Es geht um die „Ideale“ ein paar fiktiver Jugendlicher (Der Plural von „L’ideal“ ist übrigens „les ideaux“ was exakt wie „les idiots“ gesprochen wird und für ein paar Lacher gut war). Absolut uninteressant, möchte der Ottonormalkonsument so eines Klett-Buches meinen, der in der 75. Minute einer Doppelstunde Französisch sitzt und den Kopf gerade noch so über dem Buch hält. „Amélie, 17 ans“ zu schlußletzt allerdings sagt folgendes, frei übersetzt: „Heutzutage lohnt es sich nicht mehr, für Ideen zu kämpfen. Es gibt einfach zu viele.“
Das finde ich garnicht uninteressant. Ich meine, in einer Zeit der globalen Vernetzung gibt es nichts mehr, was nicht schonmal in irgendeiner Form irgendwo da war. Welcher deutsche Durchschnittsbürger hat denn noch den Überblick in der kompletten hiesigen Parteilandschaft? Hier leben millionen Menschen und jeder davon hat seine eigene Ansicht, um mal das grundlegende Hinkebein jeder Demokratie beim volksmündigen Namen zu nennen. Und das sind tatsächlich wirklich viele Ideen, womit wir bei der Sempréschen Konsumgesellschaft wären. Was ist dein Gedanke – deine Stimme wert? Warum eigentlich Wählen? Amélies Ausspruch klingt zwar ein bisschen apokalyptisch und ist sehr Politik-Hermitisch, aber insgesamt halte ich das für nicht verrückt genug um nicht einmal darüber nachzudenken.
Für so ein Französischbuch eine gewagte Sache und für mich geistig eine Stunde Französisch weniger.
Fernsehshows
November 3, 2007Eines der großen ungelüfteten Geheimnisse der Menschheit, das jeder mehr oder weniger schon beobachtet hat, folgendes. Fernsehshows versuchen (fast) immer lustig zu sein. Stand-Up Comedians, wortwitzige Moderatoren oder seltsame Videoclips. Meistens ist dabei Live-Publikum anwesend. Klatsch- und Lachfutter. Und fast ausnahmslos immer sind bestimmte einzelne Leute im Publikum, die ganz besonders laut Lachen oder Klatschen müssen. Ein Vokal mit vielen Hs dazwischen. („Ahahahaa, HiHiHi“) In den meisten Fällen sind das Männer, deswegen gibt es wohl nur eine plausible Theorie. Sie werden schlicht und einfach vor der Show unauffällig mit Schnaps abgefüllt.
Ich meine, warum sonst sollte jemand über die Witze von Mario Barth lachen?
Apropos Fernsehen. In der neuen Renault „Crashtest-Sieger“ Werbung bauen sämtliche Renault-Modelle in der Wüste inszenierte Unfälle, um sich im Endbild alle zwar äußerlich total zerschottet, aber innen intakt zu präsentieren. Witzig: Der ganz linke Wagen hat nichtmal einen Kratzer. Auch so kann man sparen.
Nein, ich sehe nicht zu viel fern.
Freitag ist ein Regentag
Oktober 25, 2007Ich weiß garnicht, warum der Montag immer so verteufelt wird. Gut, mit ihm endet das Wochenende und die Arbeitswoche fängt an. Das ist meinetwegen frustrierend, vielleicht sogar schmerzhaft. Berechnet nach folgender Formel: (Fa sei aufgenommene Flüssigkeit, Fx sei Zahl der nichtalkoholischen Getränke, K sei Zahl der besuchten Kneipen und S die Schlafzeit.)
(Fa – Fx) * K – S = Unwohlfühlfaktor.
Als Beamter hat man es eben nicht einfach. Als Schüler aber schon. Auch Montags brechen die 45-Minuten-Barrieren nur skurril langsam bis zur gelobten Entlassung hinab, aber es gibt etwas viel schlimmeres. Freitag. Warum haben Mammas & Pappas nicht über Freitag gesungen? Man kann Freitag nicht trauen. Er lauert hinterlistig, nicht wie Montag. Montag hat schon „Ekelhaft“ und „Nicht zum menschlichen Verzehr geeignet“ auf Knöchel tätowiert. Man ist darauf vorbereitet, dass der Alltagstrott einem wieder die Schaufel über den ohnehin bemerkenswert schmerzenden Schädel zieht. Aber Freitag ist wie ein kleines, unschuldiges Mädchen mit goldenen Locken, einer rot-weiß-karierten Schleife im Pony und einem passenden Rock bis zu den Knien. Man lehnt sich zurück, die Woche ist ja schließlich fast vorbei. Und dann packt das Mädchen die Kettensäge aus.
Freitag dauert lang. Nicht die Art lang die Montag dauert, den man einfach mit gepressten Lippen und zusammengekniffenen Augen übersteht. Das Wochenende ist einfach so nahe. Du bist nur ein paar Stunden davon entfernt, aber der Streß sitzt dir im Nacken und lässt nicht los, bis er irgendwann zudrückt und du nurnoch sterben willst. Es ist einfach grauenvoll.
Gottseidank ist heute Donnerstag.