Archiv für Mai 2008

It never got weird enough for me

Mai 31, 2008

Drogen Heute: Ein Plädoyer gegen den Alkohol

Mai 26, 2008

Alkohol beschränkt. Nicht, dass das kein anzustrebender Zustand wäre – denn selig sind die Dummen. Dabei von Dauerschäden zu reden wäre, wenn man die Thematik der (vielleicht zu Unrecht) legalisierten Drogen so allgemein anpackt, wohl schon zu weit hergeholt. Aber der Zustand des Alkoholosiert-Seins ansich ist ein Zustand von Geistesbeschränkung. Dem Konsumenten fällt es schwerer, Assoziationen herzustellen, logisch zu denken und mitunter sogar sich klar zu artikulieren. Alkohol ist also klar als bewusstseinsbeschränkende Droge einzuordnen. Hinzu kommt, dass Ethanol giftig und schädlicher als jede andere „weiche“ Droge ist. Wie kommt es also, dass die westliche Welt gerade den Alkohol legalisiert und sogar stellenweise als Symbol von Entspannung und Genuss deklariert? Manche gehen sogar so weit, ihn als eine Art Galleonsfigur des Hedonismus zu missbrauchen. Sind wir ein Volk hochintellektueller Philosophen, das die schwere Bürde des sokratischen Nichtbegreifens tragen muss und sich deshalb in die simplen Gefilde des Massenalkoholismus rettet? Oder sind wir gar eine Bande unfreiwilliger Heiliger, die im Alkohol die letzte Möglichkeit sieht, sich mal wieder auszutoben? Ich glaube kaum.

Gegen Drogen zu sein ist falsch, oder vielmehr – Verleumdung. Bewusstseinsverändernde Stoffe waren seit jeher Teil beinahe jeder dokumentierten Kultur und dass wird sich in den nächsten paar Generationen auch nicht ändern. Zumal wir das Glück haben, in einem freien Land zu leben: Es muss ja niemand tun, was er nicht will. Zumindest außerhalb eines Beamtenbüros. Aber dass wir uns ausgerechnet den Alkohol als Instrument des Rausches ausgesucht haben (und dass dieses sich dabei als furchtbar beliebt herausstellt) ist durchaus eine Tragödie.

Denkprobleme sind ja nicht der einzige Makel am Alkohol als Volksdroge: Nicht zuletzt Übelkeit und vorallem Aggressivität gehen mit ihm einher. Übel wird dem Konsumenten, gelinde gesagt, auf so einige Drogen. Aber ich sehe auf der Loveparade oder im Kifferkreis am Baggerweiher proportional weitaus weniger gewaltbereite Menschen als erfahrungsgemäß vor einem Stammlokal oder auf dem Oktoberfest. Kaum eine andere Konsumform macht einen Menschen so affenartig, orientierungslos und gleichzeit so imponiertätig. Noch schlimmer: Das Balzverhalten eines Betrunkenen. Die größten Schritte, die Stimme mit dem meisten Selbstvertrauen und doch ohne die geringste Fähigkeit. Nicht dass der Balz des Menschen ein besonders einfacher wäre, das wissen wir wahrscheinlich alle. Aber ein betrunkener Pfau macht wohl auch nicht die beste Figur.

Es ist schon ein Graus mit dem Alkohol und mich persönlich stört es auch immer öfter. Aber Dinge entwickeln sich eben, vorallem in der Kultur. Prost.

Die Herrlichkeit des Geistes

Mai 19, 2008

Die Frage der Kunstenthemmung

Mai 3, 2008

Andrian Kreye nennt es in seinem Kommentar in der Süddeutschen „Das Ende der Tabus“.

Kunst darf alles. Doch jetzt gibt es zwei Grenzfälle: Ein Konzeptkünstler, der einen Freiwilligen sucht, der öffentlich sterben will. Eine Kunststudentin, die sich künstlich befruchten ließ, hat abgetrieben – das abgegangene Gewebe will sie in einer Ausstellung zeigen. Es bleibt mehr als ein schaler Nachgeschmack.

Nach Kreye kann die provozierende und tabubrechende Kunst des 21. Jahrhunderts nur Schaden anrichten. Durch den Bruch mit Konventionen und das thematisieren von Tabus oder moralischen Kontroversen beschwört diese Art von Kunst nur weitere Meinungspolarisierung und Kontroversität herauf. Sie enthemmt weder, noch bringt sie gesellschaftlichen Fortschritt. Kreye sieht die Aufklärung und den Tabubruch als Heute zu weit fortgeschritten an.

Klingt wie ein Schulaufsatz. Ist auch einer. Herr Kreye hat in dem was er schreibt weitgehend Recht. Was bei Beuys anfing und hier vielleicht endet war und ist ebenso essentiell wie gefährlich für die Gesellschaft. Kunst beeinflusst uns als Menschen und als Teil eines sozialen Systems, das Leben unseres ganzen Intellekts also.

Fragt sich nur: Haben wir diese Art von Pionieren nicht schon immer gebraucht, um fortzuschreiten? Moralisch, Werteartig? Oder bringen wir es von alleine auf eine Lösung zum Beispiel in der Suizid- oder in der Abtreibungsfrage? Braucht es radikale Anreize?